Dipl. Prozessfachmann TS, Gründer von ApisBot in Dietlikon bei Zürich. Ich habe dreissig Jahre in Betrieben verbracht, bevor ich angefangen habe, Software zu bauen: Produktion, Einkauf, Verkauf. Deshalb sehe ich beim Rundgang durch eine Firma zuerst den Ablauf und erst danach die Technik.
Ich gehe in Firmen und schaue, wo jeden Tag Zeit verloren geht. Nicht mit einer Checkliste, sondern indem ich zuschaue und zuhöre. Meistens sind es dieselben Handgriffe, die zehnmal am Tag gemacht werden, weil sie nie jemand hinterfragt hat. Daraus baue ich das Werkzeug, das genau diese Stelle löst, heute meistens mit KI.
Was dabei herauskommt, ist selten eine Lösung von der Stange. Eher eine Kalkulation, die versteckte Kosten sichtbar macht, oder ein Ablauf, der ohne Zutun im Hintergrund läuft. Ich rede dabei nicht in Fachbegriffen, sondern in der Sprache des Betriebs.
Fünf Dinge prägen, wie ich arbeite:
Der Weg ist nicht geradlinig, und das ist der Punkt. Jede Station hat mir eine andere Sicht auf denselben Betrieb gegeben.
Gelernter Möbelschreiner, danach eine zweite Lehre als Möbellackierer im Möbelzentrum des Handwerks in Volketswil. Konstruktion und Oberfläche, beide Enden derselben Fertigung.
Damals die grösste Küchenproduktion der Schweiz. Zehn Jahre in der Produktion: vom Lackierer in den Einkauf mit 1,5 Millionen Franken im Jahr, dazu die SAP-Einführung als Brücke zwischen den Spezialisten und den Leuten an der Maschine. Danach fünf Jahre im Verkauf, vom Zeichner über die Kalkulation bis zum Generalunternehmer-Geschäft mit Projekten von 50 bis 300 Küchen und Baugenossenschaften als Schlüsselkunden.
Eine Mikrobrauerei mit aufgebaut. Angestellt als Verkaufsleiter, gemacht habe ich alles von A bis Z: Zapfanlagen betreuen, neue Läden aufbauen, das Lager ordnen, Werkzeuge und Abläufe einführen. Verkauft haben wir über das Netzwerk und persönliche Besuche. Wir haben sogar das Lager zum Klub mit Musikbar umgebaut, der Amboss Rampe, und an der Igeho in Basel unsere Messestände selbst gebaut.
Gekauft, geführt und mit Verlust beendet. Die lehrreichste Station von allen, weil man erst danach weiss, welche Zahlen wirklich entscheiden.
Berufsbegleitend das Diplom am sfb Bildungszentrum. Es hat aus dem freien Denken eine Methode gemacht.
Seit den ersten Ethereum-Tagen dabei, später eigene Agenten auf der Blockchain. Heute baue ich mit KI Werkzeuge für Betriebe und bringe ihnen bei, wie ChatGPT und Co. sie finden.
Wer meinen Namen sucht, findet Artikel aus der Zeit, in der ich unter dem Namen Fredyflex alte Möbel mit selbst geschnittenen Schablonen bearbeitet habe. Das stimmt alles, es ist bloss älter. Geblieben ist die Freude an Gestaltung und die Verbindung zur Graffiti-Szene in Zürich, wo ich beim Verein Graffland mit dabei bin.
Für die Arbeit ist das kein Widerspruch. Wer Schablonen zeichnet und Küchen kalkuliert, denkt in Wiederholungen, in Rastern und darin, wie aus einer Vorlage viele gleiche Teile werden. Genau das braucht es, wenn man Abläufe automatisiert.
Neben ApisBot führe ich Raum42, einen Ort für Bewusstseinstraining und Meditation in Dübendorf. Wer den ganzen Tag mit KI arbeitet, braucht einen Ort, an dem er bei sich bleibt. Im Grunde ist es dieselbe Arbeit: spüren, wo etwas feststeckt. Ob bei einem Menschen oder in einem Betrieb, ändert am Blick wenig.
Ein Gespräch, ein Blick auf den Betrieb, dann wissen wir beide, ob es passt.